GRÜN IST kulturell wertvoll.

Kultur macht unsere Stadt liebens- und lebenswert

Corona-Präambel im April 2020

Die aktuelle Pandemie mit ihrem unklaren Verlauf und noch nicht absehbaren Auswirkungen hat die Kulturlandschaft wie kaum einen anderen Bereich mit besonderer Wucht getroffen. Theater und Museen sind geschlossen, viele freie Künstler bangen um ihre Existenz und sämtliche Konzerte, Ausstellungen und Aufführungen sind auf lange Zeit abgesagt. Voraussichtlich werden die Spielstätten und Veranstalter –aller Voraussicht nach neben der Gastronomie – am längsten von den Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen sein.

Es wird besondere Kraftanstrengungen benötigen, um die Künstler*innen und kulturellen Einrichtungen in eine Zeit nach Corona zu retten.

Neben Land und Bund wird auch Hagen selbst gefordert sein, die heimische Kulturszene zu retten.

KULTUR und WEITERBILDUNG sind wichtige Bestandteile eines funktionierenden Gemeinwesens. Ein breit aufgestelltes Kultur- und Weiterbildungsangebot macht unsere Stadt liebens- und lebenswert, und das nicht nur für Hagen selbst, sondern auch für die Region.

Die kulturellen Angebote müssen erhalten bleiben und weiter ausgebaut werden. Und zwar als Mix aus freier Kultur und der Institutionen der sogenannten Hochkultur. Dafür benötigen wir eine solide Grundsicherung, für die alle Möglichkeiten, die hohe Qualität weiterhin zu garantieren, ausgeschöpft werden müssen.

Grundlage dafür ist eine kommunale Finanzierung. Wir GRÜNE setzen uns – trotz der schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen – dafür ein, dass Kunst und Kultur als notwendige Institution und nicht als kürzbare Dienstleistung nach Kassenlage betrachtet werden.

Der städtische Zuschuss für die freien Kulturzentren muss weiterhin gesichert werden

Langfristige kommunale Zusagen sollen Planungssicherheit schaffen. Die Stadtbücherei mit ihren Filialen in den Stadtteilen Haspe und Hohenlimburg muss in ihrer jetzigen Qualität erhalten bleiben. Ebenso die Volkshochschule mit der Max-Reger-Musikschule als DAS kommunale Weiterbildungszentrum. Sie sind Zentren der Bildung, Information und Begegnung mit einer nicht zu unterschätzenden sozialen Komponente. Wer sich den Kauf von Büchern nicht leisten kann, muss trotzdem lesen können!

Bestandssicherung des Stadttheaters, des Balletts, des Jugendtheaters und des Philharmonischen Orchesters auf hohem Niveau

Theater und Orchester sind eng miteinander verbunden und haben seit über 100 Jahren eine große Bedeutung für Hagen und die Region. Das Theater muss mit einer tragfähigen finanziellen Ausstattung erhalten bleiben, um seinen Bildungsauftrag weiterhin zu erfüllen.

Unterstützung und Erhaltung der Arbeitsfähigkeit des Kulturbüros

Das Kulturbüro ist nicht allein Veranstalter von Festivals, sondern Bindeglied, Organisator und Koordinator der freien Kulturarbeit und der Kulturzentren. Veranstaltungen wie der Muschelsalat müssen erhalten bleiben.

Naturwissenschaftliche Funde

Die einzigartige paläontologische Fundlandschaft in Hagen muss weiter wissenschaftlich ausgewertet und entsprechend ihrer Bedeutung beworben werden. Die Funde müssen in Hagen verbleiben und der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Restaurierung des Wasserschlosses Werdringen muss abgeschlossen werden, um die gesamten Räumlichkeiten museal nutzen zu können.

Stadtarchiv und Stadtmuseum

Das städtische Archiv ist als „Gedächtnis“ der Stadt – trotz seiner umfangreichen Bestände – personell stark unterbesetzt. Um eine angemessene und zeitgemäße Verzeichnung und Aufarbeitung der Bestände zu ermöglichen fordern wir eine notwendige personelle Aufstockung mit qualifiziertem Personal.

Öffentliche Kunst

Die umfangreichen Kunstwerke im öffentlichen Raum müssen verzeichnet und die Zuständigkeit für Unterhaltung und Präsentation gebündelt werden.

Weiterentwicklung der Kulturellen Landschaft in Hagen

Unter Bürgerbeteiligung wurde ein Kulturentwicklungsplan erstellt. Städtische Entscheidungen zur Kultur- und Weiterbildungslandschaft müssen sich daran ausrichten.

Der Standort und die Förderung eines Kreativquartiers sollen geprüft werden. Als Gelände kommt eventuell der ehemalige Schlachthof in Wehringhausen in Betracht. Zur besseren Präsentation des Kunstquartiers ist ein gemeinsames Marketing- und Werbekonzept der Kunstmuseen und des neu eröffneten Stadtmuseums zu erarbeiten.

Interkulturelle Aktivitäten

Die vielfältigen interkulturellen Aktivitäten in Hagen sind kein Luxus, sondern müssen als wesentlicher Faktor für die Integration von Zugewanderten und Alteingesessenen gefördert werden.