GRÜN IST gut mit der Natur.

Klimaschutz ist die zentrale Aufgabe dieser Zeit.

In Hagen geschieht die Freisetzung von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen vor allem durch die Nutzung fossiler Brennstoffe.
GRÜNE Klimapolitik setzt sich deshalb zum Ziel, Energie einzusparen, regenerative Quellen zu nutzen und die Energieumwandlung effizient zu gestalten. Für ein breit unterstütztes Klima-Aktionsprogramm brauchen wir ein starkes Umweltdezernat und die
Zusammenarbeit mit allen gesellschaftlichen Gruppen, die sich in
diesem Bereich engagieren.
Der Klimanotfall muss Folgen haben
Am 26.09.2019 hat der Rat auf Antrag der Fridays for Future–Bewegung den Klimanotfall beschlossen. Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass dieser Beschluss auch umgesetzt wird, d.h. im Umweltdezernat werden alle relevanten Beschlussvorlagen auf ihre Klimaverträglichkeit geprüft und bewertet. Die Einschätzung ist bindend.
GRÜNE Klimapolitik bedeutet, dass sich das erweiterte Klimaaktionsprogramm an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientiert und sich auf alle Bereiche bezieht. Wir wollen in der nächsten Ratsperiode
einen wichtigen und großen Schritt hin zu einer klimaneutralen Kommune tun.
Energie einsparen, erneuerbare Quellen nutzen und effizient umwandeln Im Neubaubereich sind in Hagen nur noch sehr wenige Flächen vorhanden. Dennoch sollte die Verwaltung bei Ausweisung von Baugebieten oder auch Einzelgebäuden mindestens die Anlage von Leerrohren für Photovoltaik und/oder Solarthermie obligatorisch vorschreiben. Außerdem sind Kriterien wie Ausrichtung der Häuser, Dachbegrünung und ggf. die energetische Versorgung mit Blockheizkraftwerken etc. zu beachten.
Ein viel größeres CO2-Einsparpotential liegt im Altbestand. Das betrifft sowohl den Bereich Energie einsparen, Erneuerbare Energien
nutzen als auch die Kraft-Wärme-Kopplung. Hier muss die Stadt eine Vorbildfunktion wahrnehmen.


Wir GRÜNE setzen uns dafür ein,

  • dass die Stadtverwaltung den öffentlichen Gebäudebestand auf Sanierungsmaßnahmen hin prüft, die bis zum Jahr 2035 die Klimaneutralität der städtischen Gebäude sicherstellen.
  • dass die Stadt Hagen auf kommunalen Gebäuden unter Ausschöpfung der Fördermöglichkeiten von Bund und Land Solaranlagen installiert oder integrierte Konzepte zur Photovoltaik- Nutzung erlaubt. Dies kann auf der Basis einer schon begonnenen Eignungsprüfung geschehen.
  • dass die Stadt Hagen die städtischen Wohnungsbaugesellschaften und Mark-E frühzeitig mit in ihr Aktionsprogramm einbindet.


Die Photovoltaik-Nutzung allein reicht aber nicht, wir GRÜNE wollen, dass alle möglichen erneuerbaren Quellen genutzt werden. Unverzichtbar ist die Windenergie. Wir fordern die Stadt und die politischen Parteien auf, ihre Blockadehaltung aufzugeben und Anlagen an allen verträglichen Orten zu ermöglichen. Ebenso können noch Potentiale in der Kraft-Wärmekopplung und in der Geothermie erschlossen werden.
Klimafolgen berücksichtigen
Seit einiger Zeit liegt für die Stadt Hagen eine Abschätzung der Klimafolgen vor, wobei insbesondere die demografische Entwicklung berücksichtigt wurde. Für die dort drohenden Gefahren Hitze, Starkregen und Hochwasser wurden zunächst besonders gefährdete Bereiche ausgewiesen und dann auf dieser Grundlage Vermeidungs- bzw. Verminderungsmaßnahmen vorgeschlagen. Wir fordern, dass die Umsetzung solcher Maßnahmen sofort begonnen und dann Zug um Zug fortgesetzt wird.


Naturschutz als Grundlage unseres Lebens

Naturschutz auf kommunaler Ebene muss deutlich verstärkt werden, um dem Artensterben Einhalt zu gebieten und für die Menschen eine lebenswerte Umwelt zu schaffen.

Waldnutzung neu denken

Hagen ist mit einem Waldanteil von 42 Prozent die waldreichste Großstadt in NRW. Gerade die letzten Hitzesommer haben gezeigt, dass dieser Schatz gefährdet und ein Umdenken in der Waldnutzung nötig ist. Dies kann die Stadt zunächst vorbildhaft in den kommunalen Wäldern umsetzen und somit auch Vorbild für private Waldbesitzer sein.

Der Bedrohung der Fichtenbestände durch den Borkenkäfer kann nicht einfach durch Anpflanzung standortfremder hitzeresistenter Baumarten, und dies ggf. sogar in Monokulturen, entgegengewirkt werden. Vielmehr hat sich gezeigt, dass nur ein naturnaher Mischwald mit entsprechender Naturverjüngung ein flächenhaftes Absterben verhindern kann. Deshalb schlagen wir vor, die Waldbereiche in Wildwald (reduzierte Bewirtschaftung) und Nutzwald (mit Bewirtschaftung) aufzuteilen. Im Wildwald werden natürliche Prozesse gefördert und zugelassen. Sie haben das Ziel, Räume für den Naturschutz zu schaffen.

Grünflächen naturnah gestalten

Die Artenvielfalt der heimischen Fauna und Flora ist bedroht. Dies wurde in den letzten Jahren insbesondere im Hinblick auf die Insektenzahl immer deutlicher (Insektensterben). Daher muss der Artenschutz auf kommunaler Ebene wieder deutlich größere Bedeutung bekommen, denn dort können auch wertvolle, artenreiche Biotope entstehen, die auf Landwirtschaftsflächen verschwunden sind. Der Verzicht auf Herbizide, Biozide und anderer Gifte in der Stadt ist selbstverständlich.

Wir GRÜNE wollen den guten Beispielen vieler anderer Kommunen zu folgen und die Hagener Grünflächen zu einem nennenswerten Anteil in naturnah gestaltete Flächen (einheimische Wildpflanzen) zu verwandeln. Die gilt in erster Linie für die großen Rasenflächen in vielen Stadtteilen, die zu artenreichen Wiesen umgewandelt werden können und sollen. Dies gilt aber auch für Staudenbereiche in Parks, den Pflanzzonen in Kreisverkehren und andere Biotope. Mit einer solchen breit angelegten Umgestaltung kann auch ein positiver öffentlichkeitswirksamer Effekt für die Wahrnehmung der Stadt Hagen über die Stadtgrenzen hinaus erzeugt werden.

Durch den Klimawandel werden die Hagener Grünflächen in Zukunft einem Hitze- und Wassermangel ausgesetzt sein, der traditionelle Bepflanzungen nicht mehr möglich macht, da entweder die Pflege (Gießen) sehr teuer wird oder die Pflanzungen absterben. Dies soll durch die Pflanzung geeigneter einheimische Wildpflanzen, die an solche Standorte angepasst sind, ersetzt werden, wodurch die einheimischen Insekten profitieren. Dies ist mit naturnaher Gestaltung gemeint.

Erhalt von Landwirtschaftlichen Flächen

Es ist unabdingbar, dass die vorhandenen landwirtschaftlichen Flächen erhalten bleiben. Mit Sudfeld, Herbeck, und Hammacher – um nur einige Beispiele zu nennen – , ist schon viel zu viel fruchtbarer Boden in Hagen versiegelt worden. Daher darf das Böhfeld nicht für ein weiteres Gewerbegebiet geopfert werden. Vorrang muss die Wiedernutzung vorhandener Industriealtflächen und der sogenannten Vorratsflächen haben.

Artenschutz – Erhalt und Pflege von wichtigen Biotopen

Viele Lebensräume für Tiere und Pflanzen in Hagen sind bereits dem Flächenverbrauch durch Industrie und Intensiv-Landwirtschaft zum Opfer gefallen. Wir setzen uns für den Erhalt der verbliebenen Habitate ein, insbesondere wenn es sich um Feuchtbiotope und andere, ähnlich bedrohte Lebensräume handelt. Dies schließt auch gezielte Erhaltungs- und Schutzmaßnahmen mit ein, etwa die Vertiefung von Teichen, die von Verlandung bedroht sind, oder die gezielte Bewässerung von Blänken und anderen Temporärgewässern, die einheimischen Amphibien und Insekten als Laichplätze dienen, und für die es keine Ausweichmöglichkeiten mehr gibt. Hier wollen wir den Schulterschluss mit heimischen Naturschützern und Expert*innen suchen.

GRÜN wählen heißt:

  • Waldbereiche in Wildwald (reduzierte Bewirtschaftung) und Nutzwald (mit Bewirtschaftung) aufzuteilen
  • Die Hagener Grünflächen zu einem nennenswerten Anteil in naturnah gestaltete Flächen (einheimische Wildpflanzen) umzuwandeln
  • Vorhandene landwirtschaftliche Flächen zu erhalten

Verkehrswende weiterentwickeln

Wir GRÜNE setzen uns in Hagen für die Weiterentwicklung der Verkehrswende mit dem Ziel einer Verbesserung der Lebens- und Luftqualität ein. Wir geben den Menschen den Raum zurück, der aktuell den Fahrzeugen vorbehalten ist. Dadurch können sich Menschen wieder in ruhiger und weniger belasteter Umgebung begegnen und Kinder dort spielen, wo sie wohnen. Um diese Ziele zu erreichen, sorgen wir für den weiteren Ausbau von ÖPNV, Fahrrad- und Fußverkehr als echte Alternativen zum privaten PKW. Unser Ziel ist die Ausweitung von ÖPNV, Fahrrad- und Fußverkehr am Gesamtverkehr von aktuell unter 40 auf mindestens 60 Prozent.

Alle Planungen müssen beim Fußverkehr beginnen

Häufig wird übersehen, dass alle Verkehrsteilnehmenden zumindest für eine kurze Strecke ihres Weges zu Fuß unterwegs sind – daher fängt Verkehrspolitik für uns beim Fußverkehr an. Wir wollen, dass durch die neu geschaffene Stelle einer/eines Fußverkehrsbeauftragten künftig die Planung des öffentlichen Raums stärker vom Gehweg her erfolgt. Wir werden darauf achten, dass mehr barrierefreie und sichere Plätze und Gehwege geschaffen werden und das Parken auf Gehwegen konsequent geahndet wird.

Stärkung der Radverkehrs

Eine weitere Säule der Verkehrswende ist die Stärkung des Radverkehrs. Wir GRÜNE fordern deshalb die konsequente Umsetzung des Radverkehrskonzeptes der Stadt Hagen aus dem Jahr 2018. Dem Radverkehr muss künftig bei jeder Planung und bei jeder Baumaßnahme der gebührende Raum gegeben werden. Das aktuelle Radwegenetz spricht in weiten Teilen nur die Freizeit-Radler*innen an. Soll der Anteil des Radverkehrs an den Gesamt-Verkehren aber signifikant steigen, wird vor allem die Entwicklung eines Radnetzes für Berufs-Pendler*innen benötigt. Ziel muss es sein, den Radfahrer*innen für die Wege zur Arbeitsstelle und zurück zunächst an allen Hauptstraßen separate, sicher und zügig zu befahrende Radwege zu schaffen. Dieses Netz muss ständig weiterentwickelt und verfeinert werden. Parallel muss auch die übrige Radinfrastruktur weiterentwickelt werden. Wir GRÜNE setzen uns für zusätzliche Fahrradabstellmöglichkeiten an öffentlichen Gebäuden, Schulen und Sportstätten ein. Um einen besseren Umstieg zwischen den Verkehrsmitteln zu erreichen, wollen wir den Bau einer Radstation am Hauptbahnhof Hagen zügig umsetzen und mehr und sicherere Abstellmöglichkeiten an den weiteren Bahnhöfen und Busknotenpunkten schaffen. Mittelfristig muss eine Ladeinfrastruktur für E-Bikes und Pedelecs entwickelt werden.

Weiterentwicklung des Netzes im Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV)

Zentrales Element der Verkehrswende wird die Weiterentwicklung des ÖPNV sein. Um die Nutzung des öffentlichen Verkehrs attraktiver zu machen, muss eine deutliche Erhöhung der Reisegeschwindigkeit im ÖPNV erreicht werden. Ziel ist es dabei, die Fortbewegung mit Bussen und Bahnen so zu beschleunigen, dass sie nicht mehr als die anderthalbfache Zeit benötigen als ein privater PKW . Dazu können auch Schnellbuslinien zwischen dem Hagener Norden und dem Dortmunder Süden (Aplerbeck, Hörde, Universität Dortmund) sowie von Hagen-Mitte nach Hattingen, Menden und zur Ruhr-Universität Bochum beitragen. Wir GRÜNE wollen, dass die Nutzung des ÖPNV einfach, schnell und intuitiv wird. Dazu gehört ein dichter Takt: Fahrgäste sollen wissen, dass sie zwischen 6 und 22 Uhr, an einer Haltestelle nie längere Wartezeiten haben werden und immer zügig an ihr Ziel kommen. Zur Steigerung der Attraktivität des ÖPNV setzen wir GRÜNE uns zudem für einen zügigen, barrierefreien Umbau der Zugangsstellen zum öffentlichen Verkehr ein. Erforderlich ist eine deutliche Verbesserung der Verknüpfung aller Verkehrsmittel untereinander. Das aktuelle Tarifsystem muss vereinfacht werden, die Preise, auch über die Grenzen des Tarifgebietes hinaus, müssen deutlich gesenkt werden. Das klingt teuer und ambitioniert, aber wir sind überzeugt, dass diese Maßnahmen zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensqualität in ganz Hagen beitragen. Wir GRÜNE wollen daher die Finanzierbarkeit des zukünftigen ÖPNV und einer vollständigen Verkehrswende durch Gutachter überprüfen lassen. Wir GRÜNE fordern die Verwaltung dazu auf, alle in Frage kommenden Fördermöglichkeiten für Radverkehr und ÖPNV zu nutzen und umsetzungsreife Projekte zu entwickeln, um auch kurzfristig aufgelegte Fördermöglichkeiten in Anspruch nehmen zu können und die Verkehrswende optimal umzusetzen.

Tierschutz ist mehr als Katzen streicheln.

Zu einer umweltfreundlichen Stadt gehört ein wirkungsvoller Tierschutz. Wir GRÜNE setzen uns vielfältig für die Lebensbedingungen von Tieren ein. Einiges wurde auf den Weg gebracht, an anderen Stellen sehen wir großen Handlungsbedarf.

Keine Wildtiere im Zirkus

Wir sind für ein Verbot von Zirkusunternehmen mit Wildtieren auf unserem Stadtgebiet.
Wir GRÜNE haben bereits verschiedene Anläufe unternommen, um Zirkusunternehmen mit
Wildtieren aus unserer Stadt zu verbannen. Wir geben nicht auf! Wir GRÜNE wollen, dass bundesweit diese Art der Tierhaltung verboten wird. Zumindest in unserer Stadt werden wir nicht aufhören, dagegen zu kämpfen.

Taubenhäuser für effektive Bestandsregelung

Tauben haben einen schlechten Ruf. Für uns ist das zugleich der Auftrag, Maßnahmen zu finden, um das Tierleid zu mindern und den Bestand zu regulieren.
Dazu ist ein Ausbau der Taubenhäuser erforderlich. Sie haben sich als effektive Maßnahme erwiesen, um den Bestand zu regulieren.

Katastrationspflicht für Katzen erweitern

Die Katzenkastration war schon in der letzten Wahlperiode ein großes
Thema. Nach vielen Verhandlungen wurde ein Kompromiss für die nächsten zwei Jahre gefunden. Es ist jetzt schon absehbar, dass der gefundene Kompromiss eine Katzenkastrationsverordnung nicht ersetzen kann.

Vermittlung für Hunde aus dem Tierheim fördern

Eine an das Tierheim angegliederte Tierpension vermindert das Aussetzen von Tieren zur Urlaubszeit und bringt dem Tierheim zusätzliche Einnahmen. Wir werden diesen Ansatz weiter verfolgen. Allerdings wären dafür erweiterte Kapazitäten des Tierheims erforderlich.

Hundeauslaufflächen schaffen

Um sichere Auslaufflächen für Hunde im Stadtgebiet zu garantieren, setzen
wir uns für die Einrichtung einer weiteren umzäunten Hundegrünfläche in Hagen ein.

Was wird aus Tieren bei häuslicher Gewalt?

Was wird aus dem Hund, der Katze oder einem anderen Haustier, wenn jemand Opfer häuslicher Gewalt geworden ist? Betroffene – zumeist Frauen -, die Hilfe suchen und nach einem Platz im Frauenhaus fragen, nehmen von der schützenden Unterbringung Abstand, sobald sie erfahren, dass sie ihr Haustier zurücklassen müssten. Wir GRÜNE wollen dazu Lösungen finden.