Nicole Schneidmüller-Gaiser

Diplom-Journalistin, Studium an der Universität Dortmund, Volontariat bei der Westfalenpost.

Nach der Ausbildung viele Jahre als Journalistin für verschiedene Medien tätig; seit 1999 in der Öffentlichkeitsarbeit, zunächst für das Diakonische Werk in Hagen, seit 2011 Pressesprecherin für den Ev. Kirchenkreis Hattingen-Witten.

  • Vorsitzende und Gründungsmitglied des Vereins Muschelsalatretter.de e.V.
  • Vorsitzende und Gründungsmitglied des Vereins Hagen ist BUNT e.V.
  • Leiterin der interkulturellen Einrichtung Das Soziale Küchenstudio in Haspe

Ich merke, dass ich die im Steckbrief vorgeschlagene Unterscheidung (Persönliches, Berufliches, Politisches) für mein Leben gar nicht so nicht empfinde. Ich betrachte es als großes Glück, dass „Beruf und Berufung“ ineinander übergehen. Mein Arbeitgeber fördert mein ehrenamtliches Handeln (u.a. in der Flüchtlingsarbeit), meine christliche Wertehaltung ist Motor für mein soziales Engagement und die Grundlage meines alltäglichen Lebens.

Drei Themen ziehen sich durch mein Leben: Das Bemühen um mehr soziale Gerechtigkeit, die Liebe zur Natur, das Engagement für Toleranz und Vielfalt.

No man is an island“ (John Donne):  Kein Mensch ist eine Insel – das Schicksal des anderen hat auch Einfluss auf mein Leben. Darum arbeite ich mit meinen Talenten an einer Gesellschaft, in der die Stärkeren sich um die Schwächeren kümmern und in der weder die Hautfarbe noch der Beruf der Eltern das eigene Fortkommen behindern; darum engagiere ich mich gegen Rassismus und für die Integration von Menschen, die das Leben hier nach Hagen geführt hat. Ich versuche so zu leben, dass ich möglichst niemandem schade (ökologisch und menschlich) und ich weiß, dass man im Team mehr erreichen kann als alleine – als Muschelsalatretter oder im Sozialen Küchenstudio schaffen wir viel, weil wir viele und sehr unterschiedliche Menschen sind.

Ich liebe die Möglichkeiten zur Begegnung, die die Globalisierung der Welt mit sich bringt – auf Reisen erweitere ich meinen Horizont. Für Menschen ist es meiner Meinung nach sinnvoll, über den eigenen Tellerrand zu blicken. Die Globalisierung des Marktes hingegen vergisst meiner Meinung nach den „Faktor Mensch“ – darum engagiere ich mich lokal, dort, wo ich lebe: In meiner Nachbarschaft, in meinem Stadtteil, in meiner Stadt. Ich unterstütze lokale Geschäfte, regionale Landwirte wo immer es geht. Und ich mische mich ein – bislang ohne parteipolitische Anbindung, dafür im Gespräch und zusammen mit vielen unterschiedlichen Menschen, die meine Werte teilen.

Der Wald und mein Garten sind meine Rückzugsorte – der Wunsch, die Natur auch für kommende Generationen zu erhalten, ist auch ein Resultat aus dem Buddeln auf der eigenen Scholle. Es bedrückt mich, in einer Zeit zu leben, in der das Wissen um ökologische Zusammenhänge groß wie nie ist – die Bereitschaft, entsprechend zu handeln, aber nur bei einem Teil der Bevölkerung vorhanden zu sein scheint. Hartnäckig hält sich die Vorstellung, „Less waste“ oder fair produzierte Nahrung sei nur Besserverdienenden möglich. Hier ist, so glaube ich, neben konsequentem eigenen Tun auch dringend die Zeit für politisches Handeln. Daran möchte ich in Zukunft mitwirken.