GRÜN IST gutes Zusammenleben.

Vielfalt bereichert unser Zusammenleben

Für ein gutes Miteinander in allen Hagener Quartieren

Vielfältigen Lebensformen gerecht werden

Das Alter lebenswert gestalten

Wir wollen ohne Barrieren leben

Wir wollen gesund leben in einer gesunden Umwelt

Sport und Bewegung bilden, erziehen und sind gesund

Erwerbslose brauchen Unterstützung in ihrer Lebenslage

Vielfalt bereichert unser Zusammenleben

Die Gründe, warum Menschen ihre Heimatländer verlassen, sind vielfältig. Sei es die Ausbeutung von Entwicklungs- und Schwellenländern durch multinationale Konzerne, seien es Kriege in ihren Heimatländern, sei es die Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer Abstammung oder Lebensführung oder die sich zunehmend nachteilig entwickelnden klimatischen Veränderungen. Wir GRÜNE stehen für Freizügigkeit innerhalb Europas und eine menschenwürdige Behandlung von Flüchtlingen und Asylsuchenden.

Hagen ist eine weltoffene, bunte Stadt, die durch die Vielfalt der Zugewanderten bereichert wird. Arbeitsmigrant*innen, Aussiedler*innen, Armutsflüchtlinge, politisch Verfolgte: Für sie alle soll es in Hagen eine Willkommenskultur und ein gutes gemeinsames Leben geben. Dabei schließen wir nicht die Augen vor den Problemen, die Zuwanderung für die aufnehmende Stadt-Gesellschaft bedeuten.

Kontinuierliche Umsetzung der Integrationskonzepte

Vieles ist auf einem guten Weg: Vor Ort gibt es inzwischen vielfache Hilfen beim Erlernen der deutschen Sprache sowie Kitaplätze und Schulangebote für die Kinder. Hagen hat ein 2018 fortgeschriebenes Integrationskonzept für Geflüchtete und seit 2019 eins für Zuwanderer*innen aus Südosteuropa. Initiativen wie „Hagen ist bunt“ und die Kulturzentren in Hagen bieten vielfältige Programme für Begegnung und kulturelle Aktivitäten. Die Quartiersentwicklung in den besonders von Zuwanderung betroffenen Stadtteilen wie Altenhagen, Innenstadt, Wehringhausen und Haspe soll vorangetrieben werden, um die Menschen im Zusammenleben zu unterstützen sowie Rückzug und Isolation zu verhindern.

Recht auf Integrationsmaßnahmen für alle Zugewanderten

Wir GRÜNE setzen uns ein für das Recht auf Integrationsmaßnahmen für alle Zugewanderten, unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Die bestehenden Angebote an Beratungs-, Schulungs- und Beteiligungsmöglichkeiten für Zugewanderte sollen ausgebaut und ihre Lebensumstände in unserer Stadt verbessert werden.

Möglichst frühe dezentrale Unterbringung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von alleinstehenden Frauen mit Kindern

Viel zu lange bleiben Flüchtlinge in Sammelunterkünften, besonders große Familien fünf Jahre und länger. Duldungen werden vierteljährlich verlängert. Wir GRÜNE wollen die Vermittlung in Wohnungen und eine Verfestigung des Aufenthaltes.

Perspektiven schaffen

Der Mangel an Perspektiven macht die Menschen mutlos und verhindert eine gelungene Integration. Die Bemühungen um Ausbildung für junge Migrant*innen mit der verbundenen Ausbildungsduldung müssen verstärkt werden. Familienzusammenführungen finden kaum statt, was für die hier lebenden Geflüchteten eine unerträgliche Belastung darstellt. Sprach- und Integrationsmittler*innen müssen intensiv und lange begleiten. Erst wenn Vertrauen aufgebaut ist, können die Regeln in der Aufnahmegesellschaft verstanden und befolgt werden.

Bündnis “Städte Sicherer Häfen” ernst nehmen

Mit dem Beitritt zum Bündnis “Städte Sicherer Häfen” hat Hagen ein wichtiges Signal für eine an humanitären Grundsätzen orientierte Flüchtlingspolitik gesetzt. Wir wollen, dass die Stadt im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit Bund und Land anbietet, über den geltenden Verteilungsschlüssel hinaus zusätzlich Geflüchtete aufzunehmen

Kommunen nicht auf den Kosten sitzen lassen

Noch immer bleiben die Kommunen auf zu hohen Kosten sitzen. Der Kostenausgleich von Bund und Land im Rahmen des Konnexitätsprinzips („Wer bestellt, muss auch zahlen“) muss weiter umgesetzt und ausgebaut werden, z. B. bei den Kosten der Unterkunft oder bei der Aufnahme und Integration von Geflüchteten, da eine vollständige dauerhafte Sanierung des städtischen Haushalts komplett aus eigener Kraft sonst nicht zu leisten ist.

Für ein gutes Miteinander in allen Hagener Quartieren

Das Quartier ist unser Lebensmittelpunkt in der Großstadt. Dort entwickeln wir GRÜNE gemeinsam mit den Bewohner*innen lebenswerte Quartiere, in denen starke Nachbarschaften gedeihen. In jedem Quartier entstehen bezahlbare Wohnungen für alle Schichten, Lebensmodelle und Altersgruppen. Dabei achten wir auf weitgehende Barrierefreiheit. Alle wichtigen Dinge des täglichen Lebens sind auf kurzen Wegen im Quartier erreichbar.

Quartiersentwicklung als Schwerpunkt der Stadtentwicklung

Wir sehen die Zukunft der Stadtentwicklung in der Stärkung der Quartiere als Zentren des Lebens und der städtischen Gemeinschaft. Starke Quartiere fördern die Identifikation der Bewohner*innen mit ihrem häuslichen Umfeld. Auch die Integration von neu Zugewanderten vollzieht sich überwiegend im Quartier. Wir GRÜNE fordern die Einführung von Stadtteilzentren als Anlaufstelle für alle Bürger*innen und wir unterstützen alle vorhandenen Begegnungszentren in der Innenstadt und in den Stadtteilen. Dort sollen auch die Stadtteilforen gestärkt werden und sich über die Stadtteile hinweg vernetzen.

Wir wollen die Erfahrungen aus dem auslaufenden Landesprogramm “Soziale Stadt Wehringhausen” auf andere Stadtteile übertragen und fordern daher die Beantragung passender Programme für einzelne Quartiere. Für Wehringhausen ist ein Nachfolgeprogramm zu finden, um die bisherigen Erfolge auch für die Zukunft zu sichern. In allen Quartieren sollen Quartiersmanager*innen eingesetzt werden, die idealerweise über eine zentrale Stelle in der Verwaltung koordiniert und miteinander vernetzt werden. Diese Stelle muss direkt beim Oberbürgermeister angesiedelt sein.

Bezahlbaren Wohnraum für alle schaffen

In allen Quartieren muss Wohnraum für alle sozialen Schichten zur Verfügung stehen. Nur so können Ghettobildung oder Gentrifizierung erfolgreich verhindert werden. Daher fordern wir bei allen Neubauvorhaben mindestens 30 Prozent Sozialwohnungen. Dabei stärken wir die Wohnungsgenossenschaften, die in Hagen 15,5 Prozent (NRW: 3,7 Prozent) der Wohnungen besitzen. Dieser hohe Anteil zeigt, dass Hagen offen ist für gemeinwohlorientierten Wohnungsbau.

Wohnungen für alle Lebensmodelle

Das Wohnungsangebot soll kontinuierlich an veränderte Lebensmodelle und den demografischen Wandel angepasst werden. Wir GRÜNE fordern daher insbesondere die Förderung alternativer Wohnformen wie z.B. Mehrgenerationenhäuser oder Baugruppen. Dabei müssen die Bedürfnisse einer alternden Bevölkerung sowie von Menschen mit Behinderung hinsichtlich Barrierefreiheit und sozialer Teilhabe berücksichtigt werden. Im Quartier fordern wir fußläufige, barrierefreie Infrastruktur, die Etablierung von Ärzten und Gesundheitszentren sowie die Schaffung von Grünflächen, Erholungsbereichen und Treffpunkten für die Bürger*innen. Das soll idealerweise durch städtebauliche Gesamtkonzepte für die einzelnen Quartiere erfolgen. Wir führen außerdem ein Wohnungstausch-Management ein. Ältere Bewohner*innen erhalten darin finanzielle Hilfen für den Umzug in kleinere Wohnungen, um ihre großen Wohnungen für Familien freizumachen.

Bürger*innen aktiv in die Entwicklung einbeziehen

Uns GRÜNEN ist vor allem wichtig, dass die Bewohner*innen aktiv an der Entwicklung ihres Quartiers mitarbeiten können. Daher bilden wir Foren, um die Quartiersbebauung gemeinsam mit der Verwaltung, den Investor*innen und den Bewohner*innen zu planen und in einem demokratischen Prozess zu verwirklichen.

Verhinderung von Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit

Immer mehr Personen sind in Hagen von Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit bedroht. Daher erhalten wir die kommunale Obdachlosenhilfe und die Beratungsstelle für Wohnungslose der Diakonie. Insbesondere für die speziellen Anforderungen obdachloser Frauen und Senior*innen sind zusätzliche Mittel erforderlich.

Vielfältigen Lebensformen gerecht werden

Veränderungen im Geschlechterverhältnis prägen unsere Gesellschaft. Benachteiligungen und Machtunterschiede zwischen den Geschlechtern in all ihrer Vielfalt sind längst noch nicht abgebaut. Gleichstellung bleibt ein zentrales gesellschaftliches Reformprojekt, denn nur eine geschlechtergerechte Politik entspricht der Forderung des Grundgesetzes, gleiche Chancen für alle Geschlechter in sämtlichen gesellschaftlichen Bereichen herzustellen. GRÜNE Frauen bringen sich dafür weiterhin aktiv in das Netzwerk der Hagener Frauengruppen und den Hagener Frauenbeirat ein.

Gleichstellungsstellen angemessen ausstatten und an die vielfältiger gewordene Lebenswirklichkeit anpassen

Eine Voraussetzung für erfolgreiche Gleichstellungspolitik ist eine personelle und materielle Ausstattung der Städtischen Gleichstellungsstelle, die der Fülle von Aufgaben angemessen ist. Dies gilt gleichermaßen für die städtischen Tochterunternehmen.

Den Gleichstellungsplan endlich umsetzen

Die Erstellung eines Gleichstellungsplans für alle Bereiche der öffentlichen Verwaltung ist erforderlich, um die Maßnahmen zur Frauenförderung sichtbar zu machen. Er muss dann auch zwingend umgesetzt werden.

Verbindliche Frauenquoten für alle Ebenen in der Verwaltung einführen

Wir GRÜNE wollen, dass eine verbindliche Frauenquote in der Verwaltung endlich eingeführt und umgesetzt wird! Dazu gehören eine quotierte Besetzung des Verwaltungsvorstandes und der vom Rat bzw. der Stadt zu besetzenden Aufsichtsratsposten sowie der kommunalen Betriebe. Auch die Vorgaben aus dem Landesgleichstellungsgesetz NRW müssen konsequent erfüllt werden. Trotz allem dürfen wir bei einer Quotierung von Frauenplätzen nicht stehenbleiben, sondern müssen jetzt schon den angemessenen Umgang mit der Vertretung von Menschen mit einem LSBTIQ-Hintergrund denken.

Gendergerechte Sprache verwirklichen

Wir werden darauf achten, dass das Handbuch zum gendergerechten Sprachgebrauch in der Verwaltung, das 2019 vorgestellt wurde, kein Papiertiger bleibt. Gendergerechte Sprache muss selbstverständlicher Bestandteil alltäglicher Verwaltungspraxis werden.

Beschlüsse müssen geschlechtergerecht sein

Wir wollen erreichen, dass alle kommunalen Beschlüsse auf ihre Auswirkungen auf alle Geschlechter hin geprüft werden, um Diskriminierungen aufgrund des Geschlechts so weit wie möglich auszuschließen (Gender Mainstreaming). Nur durch eine geschlechtersensible Haushaltspolitik ist eine gerechte Verteilung von Geldern gesichert. (Gender Budgeting).

Diversität bei Stellenbesetzungen berücksichtigen

Die Stadtverwaltung sollte als ein Teil der Stadtgesellschaft deren Vielfalt im Hinblick z.B. auf Herkunft, Religion und sexuelle Orientierung widerspiegeln. Darauf muss bei Stellenbesetzungen geachtet werden (Diversity Management).

Beratung und Lebenshilfe ausreichend finanzieren

In unserer politischen Arbeit haben wir festgestellt, dass die Beratungsstellen und helfenden Einrichtungen, von der Aidshilfe über das Frauenhaus bis zur Schwangerschaftskonfliktberatung, gemessen an den vielfach gewachsenen Aufgaben, deutlich unterfinanziert sind. Im Hinblick auf die Aidshilfe ist uns mit dem Haushalt 2020/21 eine deutliche Verbesserung gelungen. Doch auch in Zukunft müssen die Zuschüsse für Beratungs- und Hilfsangebote den realen Erfordernissen angepasst werden.

Schutz vor Gewalt

Projekte zum Schutz und zur Prävention

Der Runde Tisch gegen häusliche Gewalt setzt sich dafür ein, Frauen vor Gewalt in jeglicher Form zu schützen. Dieser Schutzgedanke muss auf alle Menschen ausgeweitet werden. Mit Veranstaltungen und Interventionsangeboten an Schulen wurden aktuelle Themen wie Stalking, Zwangsheirat und sexuelle Gewalt sowie die Situation von Frauen mit Behinderung aufgegriffen. Wir unterstützen und fordern Projekte für Frauen und Mädchen zum Schutz und zur Prävention vor häuslicher und sexualisierter Gewalt. Dabei muss besonderes Augenmerk darauf gelegt werden, dass es ausreichende Beratungs- und Schutzangebote für Migrant*innen gibt. Auch in Hagen sind Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen oder bedroht. Dem muss entgegengewirkt werden.

Hilfe für alle Opfer von häuslicher Gewalt ausbauen

Wir GRÜNE wollen unter Beteiligung des Bundes die Arbeit von Frauenhäusern finanziell absichern. Da weder die Plätze noch die Hilfs- und Beratungsangebote ausreichen, wollen wir einen Rechtsanspruch einführen. Auch Gewalt gegen Männer sowie gegen Homo-, Trans- und Intersexuelle muss thematisiert werden. Besonders gefährdet sind außerdem behinderte Frauen.

Gewaltprävention im Öffentlichen Raum sichern

Wir akzeptieren es nicht, wenn Menschen nachts oder an bestimmten Orten Angst haben müssen, auf die Straße zu gehen. Der öffentliche Raum gehört allen, alle müssen sich dort aufhalten können, selbstverständlich und ohne Angst. Mehr Polizei vor Ort und ein intelligentes Beleuchtungskonzept können die Sicherheit erhöhen.

Sexuelle Selbstbestimmung gewährleisten

Schwangeren-Konfliktberatung stärken

Wir setzen uns für das Selbstbestimmungsrecht von Frauen und Mädchen über ihren Körper ein. Bei ungewollter Schwangerschaft brauchen sie schnelle und gute Informationen und Hilfe. Deshalb gehört der § 219a StGB abgeschafft. In Konfliktsituationen benötigen sie wohnortnahe Unterstützung und Hilfe, keine Bevormundung und keine Strafe. Für Betroffene ohne kirchliche Bindung muss ein nicht-konfessionelles Beratungsangebot in Hagen erhalten bleiben. Wir haben durchgesetzt, dass die Stadt Hagen einen kommunalen Fonds für Verhütungsmittel zum Nutzen von Empfänger*innen von Transferleistungen oder Menschen mit geringem Einkommen eingerichtet hat. Wir werden darauf achten, dass die Stadt diesen Fonds beibehält und nötigenfalls aufstockt

Sexualberatung stärken – auch für Minderheiten

Die Aidshilfe Hagen leistet wertvolle Arbeit, was die Aufklärung über und das Leben mit sexuell übertragbaren Krankheiten angeht. Geschlechtssensible Jugendarbeit – sowohl gezielte Mädchenförderung als auch Jungenarbeit und besondere Angebote für queere Jugendliche – soll durchgängig angeboten werden. Dabei sollen Rollenklischees aufgebrochen und geschützte Räume angeboten werden.

Fachstelle Sexuelle Bildung für Migrant*innen einrichten

Menschen mit Migrationshintergrund haben es oft besonders schwer, traditionelle Rollenerwartungen mit dem Wunsch nach einem gleichberechtigten und selbstbestimmten Leben in Einklang zu bringen. Die Arbeit mit Zugewanderten muss um den Aspekt sexueller Bildung erweitert werden. Dazu kann die Einrichtung einer städtischen Fachstelle wichtige Impulse geben.

Initiative für die Normalität von Vielgeschlechtlichkeit und individuelle Lebensentwürfe ergreifen

Um die Normalität von alternativen Lebensentwürfen im Alltag zu verankern geht die Stadt mit ihren Einrichtungen voraus. In den Sozialeinrichtungen, für die sie verantwortlich ist, findet zukünftig eine ausreichende Sensibilisierung und Fortbildung der Mitarbeitenden für die Belange von LSBTIQ-Personen statt. Jede Familie – ob konventionell oder nicht – muss in der KiTa selbstverständlich willkommen sein, die queere Jugendgruppe zum Standard- Angebot im städtischen Jugendzentrum gehören und die lesbische Frau oder der Transmann dürfen im Pflegeheim keine Diskriminierungen erfahren.

Das Alter lebenswert gestalten

Hagen wird älter. Im Jahr 2022 wird die Anzahl der über 60-jährigen 30 Prozent betragen. Acht Prozent werden 80 Jahre und älter sein. Senior*innen bleiben heute länger fit und mobil und bringen sich aktiv in die Gemeinschaft ein. Aber für viele kommt irgendwann die Zeit, in der sie auf Unterstützung und Fürsorge angewiesen sind. Da Familien häufig nicht mehr vor Ort zusammen leben, muss die Stadtgesellschaft viele Aufgaben übernehmen, um für ein lebenswertes Alter zu sorgen. Dabei soll für ein Umfeld gesorgt werden, dass es Senior*innen erlaubt, so lange wie möglich selbstbestimmt zu leben. Für uns GRÜNE gilt das Prinzip ambulant vor stationär. Bei der Stadtentwicklung an die Senior*innen denken

Die Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft müssen bei der Stadt- und Verkehrsplanung beachtet werden, etwa in Bezug auf Ampelphasen, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, öffentlichen Nahverkehr, bedarfsgerechte Wohnungen, Versorgung im Quartier. Daher ist die Quartiersentwicklung für uns ein wichtiger Ansatzpunkt: fußläufige Pflegestützpunkte, Unterstützung von Nachbarschaft und sozialer Aufmerksamkeit, um Einsamkeit entgegenzuwirken, Versorgungssicherheit für Einkauf und Gesundheit, Treffpunkte für Beratung und Hilfsangebote sollen ein eigenständiges Leben sichern.

Wohn-Bedürfnisse von Senior*innen beachten

Senior*innen haben zunehmend ein Bedürfnis nach gemeinschaftlichen Wohnformen. In Hagen gibt es zahlreiche Angebote für barrierefreies Servicewohnen im hochpreisigen Bereich. Wir GRÜNE wollen, dass auch für die vielen Rentner*innen, die mit einer kleinen Rente auskommen müssen, neue Wohnformen wie Wohngruppen, Mehrgenerationenwohnen und Formen von Servicewohnen geschaffen werden.

Supermärkte und Discounter sollen vermehrt Lieferdienste anbieten, da in vielen Stadtteilen und Außenbezirken Einkaufsmöglichkeiten fehlen.

Wir wollen Umzugshilfen für Senior*innen, die in kleinere Wohnungen ziehen wollen. Viele Senior*innen scheuen den Umzug in eine kleinere Wohnung, weil sie die Belastungen fürchten.

Begegnungsstätten auskömmlich finanzieren

Begegnungsstätten sind ein wichtiger Baustein für ein selbstbestimmtes Leben im Alter und gegen Vereinsamung. Sie bieten Beratung und Hilfestellung, Geselligkeit, Angebote für die Freizeitgestaltung (Malen, Sprachen erlernen, Ausflüge usw.) und Vorbeugung vor Krankheiten (Gymnastik, Gedächtnistraining).

Wir GRÜNE wollen, dass diese Angebote in Maßnahmen zur Quartiersentwicklung einbezogen werden. Vielfältige Ansätze zu Nachbarschaftshilfe und gegenseitiger Unterstützung, die sich in der Corona-Zeit entwickelt haben, müssen aufgegriffen und dauerhaft unterstützt werden. Eine auskömmliche Finanzierung muss dauerhaft gesichert sein.

Beratung und Unterstützung für ein eigenständiges Leben im Alter

Hagen verfügt über eine gut funktionierende Wohn- und Pflegeberatung. Angesichts des demografischen Wandels müssen Beratungs-, Unterstützungs- und Pflegeangebote bedarfsgerecht erhalten und ausgebaut werden. Allerdings: Viele Senior*innen scheuen sich, Beratungsstellen aufzusuchen. Viele ziehen sich zurück, vereinsamen und nutzen bestehende Hilfsangebote nicht.

Wir GRÜNE wollen, dass Formen aufsuchender Sozialarbeit geprüft werden, um die Betroffenen zu erreichen. Wir wollen die Einrichtung eines Seniorenbüros umsetzen, um die vielfältigen Angebote für Senior*innen in Hagen zu bündeln und als zentrale Anlaufstelle zu wirken.

Altenplan regelmäßig fortschreiben

Um auf veränderte Bedürfnisse reagieren zu können, soll der Altenplan regelmäßig fortgeschrieben werden. Die Pflegebedarfsplanung ist ein wichtiges Instrument, um die ambulante und stationärer Pflege zu sichern. Die Pflegeangebote sollen an die sich ändernden Bedürfnisse von Senior*innen angepasst werden. Zum Beispiel wird künftig freies W-LAN in Pflegeheimen zur Ausstattung gehören. Wir GRÜNE sind der Auffassung, dass Altenpolitik angesichts der wachsenden Aufgaben zur Pflichtaufgabe werden und vom Land besser finanziert werden muss.

Wir wollen ohne Barrieren leben

Die UN-Behindertenrechtskonvention bestimmt, dass Menschen mit Behinderung die Möglichkeit bekommen müssen, selbstbestimmt zu leben. Das gilt für Bildung, Arbeit, Freizeit – alle Lebensbereiche. Das schließt auch die Partizipation am politischen Leben ein. In Hagen gibt es gute Ansätze. Sie müssen weiterentwickelt werden.

Chancen verbessern

Die GRÜNEN treten dafür ein, dass Menschen mit und ohne Behinderung in dieser Stadt gemeinsam leben. Menschen mit und ohne Handicaps sollen gleiche Möglichkeiten haben, sich in der Gemeinschaft zu bewegen, sie zu gestalten und an ihr teilzuhaben. Wir wollen die Rechte und Chancen von Menschen mit Behinderung in Hagen verbessern.

Ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen

Menschen mit Behinderung sollen ein möglichst selbstbestimmtes Leben mitten in unserer Stadt führen können. Dafür müssen die Barrieren im öffentlichen Raum und in öffentlichen Gebäuden abgeschafft werden. Wir unterstützen die Forderung nach mehr ambulanten Betreuungsangeboten, damit individuelle Lebenswege möglich werden.

Zugänge zum Arbeitsmarkt schaffen

Außerdem müssen wir mehr Zugänge zum allgemeinen Arbeitsmarkt schaffen. Das erreichen wir, indem wir mit der örtlichen Wirtschaft kooperieren. Die Kommune soll bei Ausschreibungen die Möglichkeit nutzen, Inklusion als Vergabe-Kriterium zu definieren und damit voranzutreiben. Integrationsbetriebe sollen besonders gefördert werden.

Teilhabe am politischen Leben ermöglichen

Menschen mit Behinderung sollen am politischen Leben teilhaben – also auch an. den Kommunalwahlen. Dafür ist es für uns GRÜNE selbstverständlich, das Kommunalwahlprogramm in Leichter Sprache anzubieten.

Wir wollen gesund leben in einer gesunden Umwelt

Der Schutz unserer Gesundheit ist eine vielfältige Aufgabe, die in viele Politikfelder hineinreicht. Gesundheit gibt es langfristig nicht ohne eine gesunde Umwelt, ohne gesunde Lebensmittel und ohne menschenwürdige Lebensbedingungen. Das sind die Grundlagen, für die wir Sorge tragen wollen.

Prävention steht im Vordergrund

Wir GRÜNE setzen uns für ein Gesundheitssystem ein, das sich nicht als Reparaturbetrieb versteht. Ein gutes Gesundheitssystem braucht mehr Prävention und Gesundheitsförderung. Einkommen, Herkunft, Alter, soziale Situation, Geschlecht oder sexuelle Identität dürfen nicht über den Gesundheitszustand und die Gesundheitsversorgung entscheiden.

Selbsthilfe unterstützen

In Hagen gibt es ein dichtes Netz von Selbsthilfegruppen. Sie leisten einen wertvollen Beitrag zur Information und Selbstorganisation. Diese Gruppen brauchen unsere Unterstützung und müssen ausreichend finanziert werden.

Gesundheitskonferenz stärken

Wir Hagener GRÜNE engagieren uns in der kommunalen Gesundheitskonferenz. Hier werden Handlungsempfehlungen entwickelt, der Stand der gesundheitlichen Versorgung betrachtet und Defizite benannt. Wir GRÜNE wollen die öffentliche Gesundheitssorge über eine starke Gesundheitskonferenz fördern

GRÜNE Vorschläge für ein gesundes Hagen

Wir Hagener GRÜNE stellen uns vor, dass Versorgungsstrukturen sozialraumorientiert und innovativ weiterentwickelt werden, auch im Rahmen von Quartiersentwicklung. Dazu gehört auch die Förderung von ambulant betreuten Wohngemeinschaften. Das Projekt GEWINN (Integrierte kommunale Gesundheitsförderung Wehringhausen) muss evaluiert und gegebenenfalls an andere Stadtteile angepasst werden. Eine Ausweitung auf andere Stadtteile ist sinnvoll. Die Weiterentwicklung der Suchtberatungsangebote in Hagen und ihre Ertüchtigung für neue Anforderungen ist eine ständige Aufgabe.

Ein runder Tisch zur Geburtshilfe ist wichtig, um der Problematik der unzureichenden Versorgung entgegenzuwirken. Die Weiterentwicklung und regelmäßige Evaluation der kommunalen Netzwerke und Präventionsketten zum Kinderschutz behalten wir GRÜNE im Auge. Das Gesundheitsamt muss in Präventionsketten wirksam eingebunden werden.

Wichtig ist uns die bessere Versorgung psychisch Kranker, eine verstärkte Aufklärung über psychische Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten, z.B. durch einen Tag der psychischen Gesundheit

Grüne Ziele bei Ernährung

Wir setzen uns dafür ein, dass in Kitas und Schulen gesunde Ernährung angeboten wird, Präventionsmaßnahmen zum Thema gesunde Ernährung und gegen Bewegungsarmut regelmäßig erfolgen.

Medizinische Versorgung von Geflüchteten sichern

Wir fordern die Stadt auf, die Krankenkassenkarte für Flüchtlinge einzuführen.

Sport und Bewegung bilden, erziehen und sind gesund

Sport und Bewegung sind unverzichtbare Bestandteile von Bildung, Erziehung und Gesundheit. Sport und Bewegung beeinflussen uns auch im Hinblick auf Fairness und Teamfähigkeit. Deshalb stärken wir GRÜNE den Breitensport sowie den Hagener Vereinssport für alle Altersgruppen. Darüber hinaus unterstützen wir ohne Abstriche den Schulsport in unserer Mitverantwortung. Denn die Stadt Hagen ist Schulträger und dafür verantwortlich, dass die Bedingungen des Schulsports den Bildungsstandards entsprechen. Dazu gehört auch, die räumlichen Voraussetzungen zu schaffen, um Schwimmen zu lernen und Schwimmen in der Freizeit ausüben zu können. Körperliche Bewegung macht uns alle fitter und hält unseren Geist beweglich.

Wir stärken den Freizeitsport innerhalb und außerhalb der Vereine

Die Hagener Sportvereine sind das Rückgrat unserer attraktiven Sportlandschaft. Sie bewegen Tausende von Hagener*innen und bringen viel ehrenamtliches Engagement hervor. Das hält unsere Stadt lebendig. Wir GRÜNE unterstützen traditionelle und neue Sportarten wie z.B. Football und Jugger, weil in gemeinsamer Bewegung auch soziale Kontakte entstehen. Für uns GRÜNE ist der Zugang zum Sport offen für alle Menschen – unabhängig von Alter, Zuwanderungsgeschichte oder Behinderung. Die Zugangsberechtigung zum Sport ist unabhängig vom Geschlecht. Wir fördern und ermutigen deshalb gezielt die Teilnahme an Programmen wie „Integration durch Sport“. Konzepte und eine planvolle Umsetzung von Inklusion sind uns auf allen Feldern wichtig.

Förderung des Breitensports auch ohne Vereinszugehörigkeit

Aktiver Sport ist nicht an Vereine gebunden. Deshalb verbessern wir die Möglichkeiten der vielen Freizeitsportler*innen ohne Vereinszugehörigkeit. Angebote für den gesamten Breitensport sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Sportstätten-Entwicklung im Rahmen einer generellen Quartiers- und Stadtentwicklung. Wir GRÜNE weisen mehr freie Flächen aus für Sport, Spiel und Freizeit. Besonders Kinder und Jugendliche benötigen in ihrem direkten Wohnumfeld immer abenteuerliche Räume und Freiflächen, in denen sie ungestört Sport und kommunikative Spiele betreiben können. Der Wald hat für Freizeitsportler*innen eine große Bedeutung. Wir möchten das Miteinander von Sportler*innen und Spaziergänger*innen in den Hagener Wäldern fördern. Dazu gehören Ausweisung und Pflege von Wander-, Mountainbike- und Reitwegen.

Unterstützung des Spitzensports

Hagens Spitzensport ist ein wichtiger Standortfaktor für unsere Stadt. Er trägt maßgeblich zum positiven Image der Stadt bei. In Ergänzung zum Breitensport muss ein zukunftsfähiger Spitzensport finanziell auf privatwirtschaftlichen Füßen stehen.

Ausreichende Schwimmmöglichkeiten für alle Hagener Bürger*innen

Wir GRÜNE stellen für alle Hagener Bürger*innen ausreichend Schwimmflächen zur Verfügung. Jedes Hagener Grundschulkind lernt schwimmen. Anfallende Fahrtkosten zum Schwimmunterricht werden finanziert.

Alternative Füllungen auf zukünftigen Kunstrasenplätzen

Auch in Hagen wächst der Bedarf an Kunstrasenplätzen. Leider verursachen diese Plätze in ihren Nebenwirkungen eine Belastung ihrer Umgebung durch Mikroplastik. Durch die großen Verlustmengen von Kunststoffgranulat ist die Verwendung von alternativen Füllstoffen für uns GRÜNE unausweichlich.

Nutzung von Sportstätten

Kreative Lösungen müssen geprüft werden: Viele Schulsporthallen sind in den Ferien nur eingeschränkt nutzbar, so dass für Jugendliche und Kinder in diesen Zeiten nur begrenzte Sportmöglichkeiten bestehen. Gleichzeitig sind immer mehr Familien aufgrund ihrer finanziellen Situation gezwungen, in den Ferien zu Hause zu bleiben. Deswegen erweitern wir GRÜNE die Öffnungszeiten der Sportanlagen in den Schulferien, zum Beispiel im Rahmen von Ferienmaus und Urlaubskorb.

Die Weiterentwicklung des Sport- und Freizeitareals an Hengstey- und Harkortsee zu öffentlichen Zwecken

Das Sport- und Freizeitareal Hengstey- und Harkortsee spielt heute schon eine große Rolle für die Hagener Bürger*innen. Es muss zügig und umweltverträglich entwickelt werden. Dabei ist sicherzustellen, dass insbesondere die Bereiche des Seeufers öffentlich zugänglich bleiben. Hierbei sollte die Erreichbarkeit durch öffentliche Verkehrsmittel priorisiert werden.

Erwerbslose brauchen Unterstützung in ihrer Lebenslage

In Hagen ist die Zahl der Erwerbslosen nach wie vor hoch. Besonders bedrückend ist der hohe Anteil der Menschen im Arbeitslosengeld-II-Bezug (Hartz IV). Die Zahl (rund 10.000) hat sich in den letzten Jahren kaum verringert. Durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie dürfte sich die Problematik verschärfen. Arbeitslosigkeit ist für den Einzelnen eine starke psychische und finanzielle Belastung. Aber auch die Kommune stellt sie vor große soziale Herausforderungen. Wichtig sind alle Bemühungen, Arbeitsplätze zu halten und zu schaffen, Bundes- und Landesprogramme für die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen aufzugreifen und Beratungs- und Begegnungsangebote zu unterstützen.

Durch die Corona-Pandemie hat sich die Zahl der Anspruchsberechtigten für aufstockende Leistungen erhöht – durch Beschäftigte in Kurzarbeit, Soloselbständige usw. Das Ausmaß ist noch nicht abzusehen. Die Bewilligung war bisher sehr zügig. Es bleibt abzuwarten, wie die Entwicklung weiter geht. Die kommunalen Vertreter*innen in der Trägergesellschaft und der Beirat müssen darauf achten, dass das Jobcenter entsprechend personell ausgestattet ist, wenn die Anforderungen steigen.

Das HALZ ist eine wichtige Anlaufstelle für Erwerbslose

Für die Beratung von Erwerbslosen im Hartz-IV-Bezug ist das Hagener Arbeitslosenzentrum (HALZ) der Diakonie eine wichtige Anlaufstelle. Gleichzeitig ist es eine Begegnungsstätte für Erwerbslose und bietet zahlreiche Angebote für die Freizeitgestaltung. So wirkt es einer Vereinsamung entgegen und stärkt so die psychische Situation der Betroffenen. Wir GRÜNE wollen im  Auge behalten, wie sich die Landesförderung entwickelt und uns bei Bedarf dafür einsetzen, dass sich die Stadt Hagen sich für das HALZ engagiert.

Kindern in Hartz-IV-Familien unbürokratisch helfen

Kinder in Familien, die von Hartz IV leben, sind häufig von Armut und damit von Ausgrenzung betroffen. Wir GRÜNE fordern die Umstellung der Auszahlung der BuT-Mittel (Bildung und Teilhabe) auf ein unbürokratisches Verfahren (Beispiel Hamm). Hagen liegt bei der Auszahlung der Mittel an hinterer Stelle in NRW. Das muss sich ändern.

Wir GRÜNE stehen für eine kommunale Beschäftigungsgesellschaft

Der Werkhof hat als kommunale Beschäftigungsgesellschaft die Aufgabe, Arbeitsgelegenheiten und Beschäftigung für Langzeitarbeitslose zu schaffen und gemeinsam mit dem Jobcenter Qualifizierungsmaßnahmen und Projekte durchzuführen. Um Finanzierungssicherheit zu haben, braucht der Werkhof eine gesicherte Vergabe von Aufträgen der städtischen Gesellschaften. Reparaturarbeiten in Schulen und Kitas, Pflege von Grünflächen, Hilfsarbeiten bei Baumaßnahmen, Zubereitung von Schulessen sind Aufgaben, die vom Werkhof geleistet werden können. Wir Grüne sehen in einer kommunalen Beschäftigungsgesellschaft eine wichtige Einrichtung zur Bewältigung der Folgen von Arbeitslosigkeit.